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Kopfschmerzen

Fast jeder kennt das Thema Kopfschmerzen und ist im besten Fall zumindest ab und zu davon betroffen.

Doch: Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz.    

Um eine gezielte Therapie zu ermöglichen, betrachten wir in verschiedenen medizinischen Systemen Kopfschmerzen auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Hier ein kleiner Auszug verschiedener Sichtweisen von Kopfschmerz:
 
Die westliche Schulmedizin unterscheidet über 180 unterschiedliche Kopfschmerzformen (International Headache Society, 1988). Das entscheidende Kriterium sind dabei die Art, Schwere und Dauer des Kopfschmerzes.
Um diese Vielzahl von Ausprägungen zu trennen werden für die Diagnose auch Begleitsymptome und andere Erkrankungen herangezogen, die ebenso Ursachen für den Kopfschmerz sein können. Wir empfehlen unseren Patienten aufzuschreiben, wann, wie und wie lange die Kopfschmerzen andauern und wie diese „beschaffen“ sind. Eine gute Unterstützung dabei ist der Kopfschmerzkalender.

Einige Richtwerte zur besseren Orientierung:

Spannungskopfschmerz: 10 Minuten bis 72 Stunden andauernde leichte bis mittelstarke Kopfschmerzen
 
Migräne: 4 bis 48 Stunden andauernde mittelstarke bis sehr starke Kopfschmerzen, die oft mit weiteren Symptomen wie Übelkeit oder Sinnesempfindungen verbunden sind
 
Vertebragener oder zervikogener Kopfschmerz: Kopfschmerzen aufgrund Störungen der Wirbelsäule bzw. deren Muskulatur sind eine sehr häufige Kopfschmerzform. Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule werden durch Muskelkontraktionen fortgeleitet oder durch das Nervensystem in den Bereich der Kopfhaut projeziert.
 
Rhinogener Kopfschmerz durch Entzündungen der Nase und der Nasennebenhöhlen
 
Für diese Erkrankungen stehen heute teilweise schon wirksame Medikamente zur Verfügung. Dennoch ist Kopfschmerz oft mit schulmedizinischer, medikamentöser Therapie nicht zufriedenstellend behandelbar.
 
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kennt ganz andere Ursachen. Hier wird Kopfschmerz als eine Störung der Regulation aufgefasst. Die Ursache des Schmerzes wird nach chinesischer Lehre anhand einer genauen Anamnese sowie Puls- und Zungendiagnostik (z.B. wie die Zunge belegt ist, oder auch wo auf der Zunge ein Belag zu finden ist) ermittelt.

Beispiele für chinesische Syndrome und Ursachen sind:
  • Aufsteigendes Leberfeuer z.B. migräneartige Kopfschmerzen
  • Eindringen von Wind-Hitze z.B. bei akutem Hinterhauptsschmerz
  • Kälte- Stagnation oder Qi - Schwäche z.B. bei Spannungskopfschmerz
  • Trüber Schleim z.B. bei Kopfschmerz durch Nasennebenhöhlenprobleme
Ist das genaue Syndrom – die Störung nach TCM – gefunden, wird mit Akupunktur und eventuell mit Kräutern sowie Verhaltens- und Ernährungsempfehlungen therapiert. Chinesische Medizin ist bei Kopfschmerzen sehr wirksam, auch in Studien konnte eine Überlegenheit von Akupunktur gegenüber schulmedizinischer Behandlung gezeigt werden (siehe Menüpunkt Ärztliches).
 
Osteopathische Medizin (Osteopathie): Bei jeder Form von Schmerzen wird in der Osteopathie der gesamte Körper nach „Störungsquellen“ durchsucht. Oft finden sich weit vom Schmerz entfernte Störungen, die die Beschwerden verursachen. So kann zum Beispiel ein Beckenschiefstand eine chronische Störung der obersten Halswirbel verursachen, die wiederum Kopfschmerz hervorrufen. Erst wenn der Beckenschiefstand korrigiert wurde, bessert sich die Wirbelfunktion und der Kopfschmerz legt sich.

Bei allen Formen von Kopfschmerzen sollte immer das kraniosakrale System untersucht werden, da in diesem oft die Ursache für chronische Kopfschmerzen liegt.
Werden die Störungen im System durch Griffe und Fingerdruck wieder behoben, kann der Körper durch das System der inneren Balance selbst einen Ausgleich herstellen.
 
Die Manualmedizin ist häufig eine sinnvolle Therapieergänzung bei Kopfschmerz. Sie hilft vor allem bei Störungen der Wirbelsäule, Muskelverspannungen sowie Fehlfunktionen des Kiefergelenks.
 
Biofeedback ist eine langfristig sehr wirkungsvolle Methode um unbewusste negative Reaktionsmuster (z.B. Muskelverspannung) wegzutrainieren.
 
Häufig finden sich Ansätze für weitere Therapieformen (Triggerpunkte, Ohrakupunktur etc.) die dann entsprechend eingesetzt werden.
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